Bauernhof

Von Hühneraugen und Landeiern

Landleben. Ich habe schon öfter mal etwas davon gehört. Meist von Freunden, die in irgendwelchen Orten wohnen, wo jeder jeden kennt und der Postbote nicht nur mürrisch „Hier…Ihre Post“ murmelt. Sondern eher sowas wie: „Guten Morgen Claudia. Und? Wie geht es der Arthritis? Ist Dein kleiner Viktor jetzt eigentlich auch bei Frau Müller in der 1b?“
Meine Freunde vom Land haben sich in erster Linie dadurch ausgezeichnet, dass Sie exzellent Auto fahren konnten. Mussten Sie auch, ganz einfach um zu überleben. Denn Busse oder Bahnen fuhren doch eher selten. Und wenn man meinen Freunden so zuhörte, wie Sie so oft über das Landleben fluchten, bekam man wirklich den Eindruck: Da wird nicht allzu viel los sein, auf dem Land. Weiterlesen

Buchstabe_B

Wer A sagt muss auch B zu einem J sagen

„Wo gehst Du hin?“ fragt meine Mutter.
„Na, zum Gummibärchenturm“ entgegne ich.
Meine Eltern nicken kurz und wissen Bescheid. Und ich finde es lustig, wie meine Freundin Sophie und ich von Sophies Eltern nur zum Wandern bewegt werden konnten, wenn das Ziel der Gummibärchenturm war. Eben jener Gummibärchenturm der eigentlich „Humbergturm“ heißt und dessen Name von uns neu vergeben wurde, da auf diesem Turm regelmäßig Gummibärchen wuchsen. Idealerweise perfekt zum ernten, bereits in Tüten verpackt. Und ebenso ideal war es, das immer gerade dann Gummibärchen-Erntezeit war, wenn wir auf den Turm spazierten. Was für ein grandioser Zufall!
„Sie haben Dich also quasi belogen“, resümierte eine Freundin damals entsetzt, als ich Ihr diese Geschichte erzählte.
Belogen? Vielleicht schon. Aber keine Lüge im regelwidrigen Sinn würde ich sagen. Eher eine Notlüge. Eben eine solch klitzekleine Lüge, die man nicht nur als Ausnahme akzeptieren kann, sondern einen manchmal noch Jahre später zum Lachen bringt. Und was einen zum lachen bringt, kann das wirklich so eine große Straftat sein? Weiterlesen

Stockholm

Witzlos reisen

Alleine zu verreisen ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Meine schon, auch wenn man das anhand meiner Eigenschaften (vielleicht ist es schon aufgefallen: Ich bin etwas chaotisch und zerstreut) nicht wirklich glauben möchte.
Kein Wunder also, dass ich es schon wieder getan habe. Ich habe meinen Koffer gepackt (diesmal sicherheitshalber einen ganz neuen, Qualität von Freunden geprüft, ohne Macken und Dellen), habe meinen Personalausweis verlängern lassen (der war ja erst seit 4 Monaten abgelaufen) und habe meine Norwegischen Kronen vom letzten Trip nach Skandinavien zusammengekratzt. Dass mir Norwegische Kronen in Dänemark und Schweden nicht viel bringen, darauf hätte ich schon auch vor der Abreise kommen können. Aber ich hatte einfach zu viel damit zu tun, die Dame beim Stuttgarter Bürgercenter dazu zu überreden, die Verlängerung des Personalausweises zeitlich etwas zu beschleunigen. „Sie können doch auch einfach Ihren Reisepass nehmen“, hatte die Dame darauf geantwortet. Dass mein Reisepass bereits seit 2011 abgelaufen ist und damit noch deutlich geringere Chancen bot, in ein anderes Land zu kommen, habe ich dann einfach mal unerwähnt gelassen.
Sie hätte es vermutlich sowieso für einen schlechten Witz gehalten. Weiterlesen

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Ein Fisch namens Hubert

Ein Auszug ist schwer, aber auch immer ganz praktisch um richtig auszumisten. Und während so viele meiner Freunde Probleme damit haben selbst die unnötigsten Gegenstände loszulassen (wofür braucht man ein Glitzerschwein oder dreieckiges Dekogestell in Gold?) empfinde ich es als sehr befreiend dafür zu sorgen den alten Ballast loszuwerden. Und so durchforste ich Schränke, Schubladen und Zimmerecken, um anschließend zu entscheiden, ob ich das wirklich alles noch bei mir haben sollte, was ich dort so vorfinde. Manches davon wirft bei mir sogar die Frage auf, wie ich überhaupt einmal ursprünglich auf die Idee gekommen bin, mir sowas anzuschaffen. Ich hatte wohl entweder zu viel Zeit oder zu viel Geld oder zu wenig Geschmack. Die Antwort wird wohl zwischen den beiden letzten Vermutungen liegen, denn zu viel Geld: Das hätte ich mir sicher gemerkt, wenn das bei mir mal der Fall gewesen wäre. Wie auch immer ich auf die Idee gekommen bin, dass ich unbedingt ein Kissen mit Stecknadeldruck brauche oder dass mir ganz eindeutig Gewichte für an die Arme fehlen (süß! Als sei ich beim Joggen nicht auch ohne zusätzlichen Ballast schon langsam genug) : Ein Auszug ist der perfekte Tag zur Abrechnung und Befreiung. Weiterlesen

Kehrwoche

Gevierteilt

Neuanfang. Schon wieder. Und ich bin unglaublich aufgeregt. Noch genau 10 Tage bleiben mir in Stuttgart – im Ländle – wo ich nicht nur Freunde, Lieblingsorte und einige meiner hübschesten Kleider, sondern wo ich auch innerhalb kürzester Zeit mein neues Zuhause gefunden habe. Noch 10 Tage, bevor es los geht, in ein neues Abenteuer, mit neuen Herausforderungen und einigen neuen Aufgaben. Weiterlesen

Icecream

Heiß, heiß, Baby

Welch große, überraschende Neuigkeit: Ich scheitere nicht gerne. Ich gewinne viel lieber und bevorzuge doch eher die Höhen des Lebens. Ja, bei mir könnte es ständig bergauf gehen. Ist ja irgendwie klar, keiner durchlebt gerne Tiefs und keiner freut sich darüber, wenn es im Leben mal bergab geht. Weiterlesen

Fahrradreifen

Tour de bonne chance

Das ist wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht! So heißt es doch oft, wenn man etwas, das man lange nicht getan hat, mal wieder ausprobieren möchte. Ich persönlich finde ja, dass dieser Spruch viel zu inflationär und deutlich zu unbedacht genutzt wird. Doch allzu oft stimmen so viele bei diesem Spruch mit ein, dass man der Person einfach Glauben schenken muss. Weiterlesen

Orangenmann

Nur der Orangenmann und ich

Trennungsschmerz ist eine echt dumme Sache. Und während Schnittwunden, blaue Flecke und Beulen abheilen, ist der Trennungsschmerz doch irgendwo immer da. Keine noch so hohe Dosis Aspirin und auch kein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel können diesen Schmerz komplett betäuben. Und wenn dieser Schmerz doch mal betäubt ist, ploppt er irgendwann wieder auf meist dann, wenn man nicht damit rechnet.
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Fraueneingang_Betzenberg

Schwalben, Abseits und…Oh! Ist der aber süß!

Olé, olé, olé. oléééé…
Ja, es ist wieder soweit. Die Europameisterschaft ist wieder in vollem Gange. Wer es nicht an den großen Leinwänden in jeder noch so kleinen Kneipe erkennt, sollte es zumindest an den Autokorsos oder an den leicht verblichenen Fahnen der unterschiedlichsten Länder an Fenstern, Autos oder auch auf T-Shirts entdecken. In Zeiten von Kicktipp-Wettspielen im Internet und Public Viewing bleibt wohl niemand von dem Fußball-Wahnsinn während einer EM oder WM verschont. Selbst Mädels, die sich während der normalen Bundesliga darüber ärgern, wenn Ihre Vorabendserie aufgrund eines Spiels verschoben wird, blühen auf einmal zu grenzenlosen Fußballfans auf. Natürlich, ich gehöre auch dazu.
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Babyhand

Paten.Tanten.Action

Heute ist es endlich soweit, ich werde Patentante. Nach so langer Vorarbeit durch die eigene Taufe (ja, damals war ich immerhin schon 4 und wusste genau, dass ich selbst mal Patentante werden will), durch den nicht-enden-wollenden Konfirmationsunterricht und das anschließende, feierliche Finale in Form meiner Konfirmation. Was dann noch dazu beigetragen werden musste, war für mich dann quasi nur noch Nebensache: Eine meiner 3 Schwestern musste sich dazu bereiterklären, Mutter zu werden und dann noch genug Humor besitzen, eines Ihrer Kinder zu meinem Patenkind zu ernennen. Ich habe schon immer irgendwie gewusst, dass keiner freiwillig eine Patentante heraussucht, die mitten am Tag gegen Straßenlaternen rennt, die Ihr Auto im Parkhaus nicht wiederfindet oder die mit Vorliebe Ihren Nichten beim Babysitten Schnurrbärte aufmalt – ohne zu bedenken, dass das gerade mit Wasserfesten Stiften bei Mamas gar nicht gut ankommt. Ja, ich wusste schon früh, dass ich sicher nicht die erste Wahl sein werde, wenn es um das Patenamt geht. Und so habe ich mehrwöchige Verhandlungen mit meinen Schwestern geführt, die – Dank meinen schlüssigen Argumenten und einer Packung Kinderschokolade – dazu führten, dass meine Schwester Maria wusste: Ihr erstes Kind bekommt definitiv mich zur Patentante. Weiterlesen