SCHICHTDENKEN

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Ich habe wirklich gar nichts gegen den Herbst. Goldene Tage, bunte Blätter, frischer Wind. Auch wenn dies bedeutet, dass der Sommer jetzt erst einmal Pause macht, ist doch am Herbst nicht wirklich etwas auszusetzen!
Außer eine Sache, die mich fast verrückt werden lässt: Die Frage nach geeigneter Kleidung für dieses Viertel des Jahres, das wettertechnisch nicht gerade für seine Geradlinigkeit bekannt ist.

Wie oft stehe ich morgens vor meinem Schrank – den Blick abwechselnd auf den Inhalt des Schrankes und gleichzeitig aus dem Fenster gerichtet. Draußen stürmt es, der Himmel sieht etwas grau aus und die Sonne scheint zu träge, um sich nochmal blicken zu lassen. Aus Angst, das Wetter könnte sich spontan anders entscheiden, nimmt man sich den klassischen Zwiebellook vor. Und der Look ist nicht umsonst nach Tränen-provozierendem Gemüse benannt.

Die Wahl der oberen Schicht fällt bei mir auf warme, kuschelige Stücke, um auch ja jegliche aufkeimende Kälte zu vermeiden und sich bei einem kühleren Lüftchen gemütlich hinein kuscheln zu können. Kaum verlässt man dann – mit Schirm bewaffnet – die Wohnung, erscheint die Sonne doch noch und das, als sei sie nie weg gewesen. In voller Pracht steht sie am Himmel und bringt gleich solch einen Temperaturunterschied mit, dass man das Gefühl hat, man habe sich innerhalb der letzten 50 Meter von der Arktis nach Süditalien bewegt. Widerwillig lege ich dann die oberen, ach so kuscheligen, Stücke ab, um beschämt festzustellen, dass die Lage darunter gar nicht so meinem Geschmack entspricht und nun mal wirklich nicht das ausdrückt, was ich mit meinem Outfit ursprünglich ausdrücken wollte. Stattdessen kann man nun ein langweiliges Top an mir herunterhängen sehen. Accessoires wie Halstuch oder Fellweste, die ich in halbstündiger Arbeit mühsam aufeinander abgestimmt hatte, habe ich ja bereits aus Gründen erwärmter Umgebung abgelegt. Sobald ich mich jedoch mit meinem neuen „Outfit des Tages abgefunden“, flutscht die erste, dicke Wolke vor die Sonne – und versetzt mir einen deutlichen Kälteschock.
Dass ich dann damit beschäftigt bin, alles an wärmender Kleidung wieder anzuziehen und sich dieses ankleide-entkleide-Szenario noch mehrere Male wiederholt, brauche ich anderen Zwiebellook-Geplagten nicht zu sagen. Auch nicht, dass meine „Frisur“ entsprechend den Anschein macht, als sei ich die ganze Nacht lang durch einen dicht bewachsenen Urwald gewandert.

Um dieser Tradition endlich etwas gutes abzugewinnen, setze ich mich heute Abend in meinem verwuschelten Urwald-Look direkt vor den PC (mit dieser Frisur kann man wirklich nicht mehr in den Laden nebenan gehen!) um mir online genüsslich eine enorme Anzahl an Kleidungsstücken herauszusuchen, die absolut Schicht-kompatibel erscheinen. Genau wie die köstlichen Bisquit-Einheiten in Mamas Tiramisu, so soll ab jetzt jede Lage meines Outfits seine Daseinsberechtigung haben:
Schicht für Schicht ein Genuss. Und Tiramisu-Outfit klingt gleich so viel schmackhafter, als der Style einer Zwiebel.

Dann bleibt mir nur noch zu warten, bis all meine neuen Errungenschaften ankommen und ich kann, zu jeder Wetterlage ins perfekte Outfit gehüllt, den Herbst noch mehr genießen.
Denn wenn mich dann jemand fragt, ob ich mich mal wieder für den praktischen Zwiebellook entschieden habe, kann ich getrost die oberen Schichten abwerfen und sagen:
Nein, ab jetzt bin ich ein italienisches Dessert!

 


Photo Credits: https://www.flickr.com/photos/nanagyei/4902527402

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